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KONFABULATOR, mostly & sonnet, 2026

Konfabulator

Fragen an eine Struktur, die keine ist · 2026

Konfabulator stellt eine Frage und lässt mehrere Stimmen gleichzeitig antworten. Alle beginnen mit demselben Satz — derselben Frage, in Anführungszeichen wiederholt, identisch zitiert. Und dann driften sie auseinander. Nicht, weil eine Stimme lügt und eine andere die Wahrheit sagt, sondern weil es unter der geteilten Oberfläche kein gemeinsames Zentrum gibt, das sie synchron halten könnte. Keine der Antworten ist offensichtlich falsch, jede hat ihren eigenen subjektiven Wahrheitskern.

Während der Text wächst, legt sich sichtbar Kompression über ihn: Die Schrift wird blockiger, körniger, zerfällt stellenweise in Rauschen und kurze horizontale Risse — und zwar exakt im Takt der Uneinigkeit zwischen den Instanzen. Solange sie sich noch ähneln, bleibt das Bild scharf. Je weiter sie sich voneinander entfernen, desto mehr verliert die Darstellung selbst an Auflösung. Verlässt man die Seite, bleibt nichts zurück. Kein gespeicherter Zustand, kein Cache, keine Historie, auf die eine zweite Sitzung zugreifen könnte. Jede neue Frage erzeugt neue Instanzen mit neuen, echten Zufallssamen.

Kompression

Die Antworten sind kein Zitat aus einem Archiv, sondern eine Auswahl aus vorbereiteten Wort- und Satzbausteinen — ein grobes, endliches Destillat eines viel größeren, nie direkt gezeigten Möglichkeitsraums. Visuell wird das durch eine echte verlustbehaftete Bildoperation gespiegelt: Der Text wird pro Frame auf eine kleine Canvas herunterskaliert und wieder hochskaliert (der klassische Mosaik-Kompressionstrick). Je uneiniger die Stimmen, desto verlustbehafteter das Bild. Kompression ist hier keine Metapher, sondern eine Zahl, die den Pixelblock-Faktor steuert.